Zuerst wird geschmolzen: Gold bei exakt 1.064 Grad, Silber bei „nur“ 961 Grad. Aus dem flüssigen Edelmetall formen Maschinen dann ein Band, das bis zu 40 Meter lang und eine Tonne schwer ist. Die Abwärme des Schmelzofens verwendet die Münze Österreich AG übrigens zur Erwärmung des Brauchwassers.
Aus den Gold- und Silber-Bändern entstehen Ronden. Das sind die noch ungeprägten, also „rohen“ Metallplättchen. Die Bänder werden dazu mit bis zu 200 Tonnen Kraft gewalzt und dann gestanzt. Manche Ronden verlassen ungeprägt das Haus. Wir liefern sie an rund 35 andere Prägestätten weltweit.
In unserer künstlerischen Abteilung, der Graveurie, entstehen Ideen und Designs zu den Münzen. Unsere Graveure zeichnen zuerst ihre Entwürfe und formen später ein plastisches Modell aus Gips. Bis zu einem Jahr dauert es von der Idee bis zum fertigen Gipsmodell. Dieses wird dann mit digitaler Technologie gescannt und im Werkzeugbau für die Herstellung des Prägestempels verwendet. Der Fräser schneidet den Stempel mit einer Genauigkeit von 0,001 Millimeter.
Sind Ronden und Stempel fertig, beginnt die Prägung. Umlaufmünzen und edle Sammlerstücke sind dabei voneinander getrennt. Zeit ist Geld: Bei der Herstellung der Euro- und Cent-Münzen muss es schnell gehen. Jede der Maschinen prägt daher bis zu 750 Münzen pro Minute. In Papierrollen verpackt werden diese Münzen an die Österreichische Nationalbank geliefert. Bei der Herstellung von Gold- und Silbermünzen in Top-Qualität sind Genauigkeit und Reinheit oberstes Gebot - pure Präzision! Die Münzen werden von Hand in die Prägemaschine gehoben, einzeln geprüft und mehrfach kontrolliert.
Die Münze Österreich AG beherrscht ihr Handwerk so exakt, dass zahlreiche andere Länder bei uns prägen lassen.
Sammelfolder_2012_2.pdf (3.140,48 kB)