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Für jeden eine gute Anlage


Gold in Krisenzeiten

Staatsverschuldung

Bei Inflations- oder Schuldenkrisen gilt Gold als Wertanlage erster Wahl. Seit einigen Jahren leiden die Industrienationen unter der höchsten Staatsverschuldung in Friedenszeiten. Das strukturelle Ungleichgewicht zwischen Einnahmen und Ausgaben, aber auch demografische Veränderungen lassen die Staatsschulden weiter anschwellen und erschweren eine Rückführung der Schuldenstände. Standen die US-Staatsschulden im Jahre 1980 noch bei einer Billion US-Dollar, so sind es per Jahresmitte 2014 bereits 17,6 Billionen. Zur Veranschaulichung: Dies würde (bei einem Goldpreis von USD 31.000 je Kilo) einer Goldmenge von 567.000 Tonnen entsprechen, also einem Vielfachen der Menge, die im Laufe der Geschichte gefördert wurde.

Das Zinsniveau

Während die Schulden explodierten, stieg der Zinsdienst nur gering an. Dies liegt daran, dass die Zinsen im Laufe der letzten Jahrzehnte auf Allzeit-Tiefststände gesenkt wurden und die Schuldner die alten Schulden mit immer neuen, niedriger verzinsten Schulden refinanzieren können. Dies bedeutet aber auch, dass steigende Zinsen einen deutlich höheren Zinsdienst ergeben würden. Bei einem Zinsniveau von 5% läge der Zinsdienst in den USA beispielsweise bei 1 Billion USD bzw. bei knapp 40% der heutigen Steuereinnahmen.

Es gibt nur wenige Auswege aus der Schuldenfalle. Einerseits das „Herauswachsen“, andererseits drastische Budgetkürzungen und rigide Sparmaßnahmen bzw. deutlich höhere Steuerquoten oder eine stete Dosis so genannter „finanzieller Repression“. Eines der wichtigsten Ziele der finanziellen Repression ist es, die nominalen Zinssätze niedriger zu halten als die Teuerungsrate (= negative Realzinsen). Dies senkt die Zinsaufwendungen des Staates und trägt zur realen Reduktion der Schuldenlast bei. Des einen Freud’, des anderen Leid: Weltweit verlieren Sparer so ca. 100 Mrd. Euro pro Jahr. Deshalb wird das Zinsniveau vermutlich auf Sicht der nächsten Jahre tief belassen werden und die Realzinsen negativ bzw. sehr niedrig bleiben. Dies ist tendenziell ein klar positives Umfeld für den Goldpreis.

Überschuldung und Inflation

Überschuldung ist oftmals nur die andere Seite der Medaille der Inflation. Auch wenn heutzutage der Begriff „Inflation“ meist als Synonym für steigende Konsumentenpreise verwendet wird, so ist es wichtig, dieser sprachlichen Ungenauigkeit auf den Grund zu gehen. Ursprünglich stammt der Begriff aus dem Lateinischen, „inflare“ bedeutet aufblähen. Konkret deutet der Begriff auf die Ausweitung der Geldmenge hin, was in weiterer Folge meist zu steigenden Konsumentenpreisen – oder auch „Preisinflation“ – führt.

Die heutige Notenbankpolitik betrachtet ein gewisses Maß an Preisinflation als gesund. Von der EZB wird für den Euroraum ein jährlicher Kaufkraftverlust in Höhe von 2% angestrebt. Dabei sollte man sich jedoch vor Augen führen, dass ein Wertverlust von 2% pro Jahr zu einem kumulierten Verlust der Kaufkraft eines Geldbetrages von knapp 50% innerhalb von 20 Jahren führt. Dies ist insbesondere für Sparer relevant, wenn die Realzinsen (also die Differenz zwischen Sparzinsen und Preisinflation) negativ sind und der Kaufkraftverlust mit herkömmlichen Anlagen nicht kompensiert werden kann.

FIAT-Money-System

Besonders einfach ist die Geldmengenausweitung in einem ungedeckten sogenannten FIAT-Money-System durchzuführen. Seit dem Ende des Bretton Woods Abkommens im Jahre 1971 sind praktisch alle Währungen komplett ungedeckt. Zuvor leiteten die Währungen ihren Wert und ihre Kaufkraft von einer – zumindest teilweisen – Deckung durch Gold ab.

Notenbanken erweitern, vereinfacht gesagt, die Geldmenge, indem sie Staatsschulden in Form von Staatsanleihen mit neu geschaffenem Geld ankaufen. Zahlreiche Studien weisen darauf hin, dass das Wachstum der Geldmenge und in weiterer Folge der Konsumentenpreisanstieg in Fiat-Money-Systemen wesentlich höher ist als beispielsweise in goldgedeckten Systemen. Rolnick und Weber stellen in einer breit angelegten Studie fest, dass die durchschnittliche Teuerungsrate in FIAT-Money-Systemen bei 9,17% liegt, innerhalb eines Goldstandards jedoch lediglich bei 1,75%.

Gold behält Kaufkraft

Es gibt viele langfristige Vergleiche, welche belegen, dass Gold trotz aller Krisen auch über Jahrhunderte seine Kaufkraft behielt. So konnte man beispielsweise dem Alten Testament zufolge im 6. Jahrhundert vor Christus im alten Babylon für eine Unze Gold 350 Laib Brot erwerben. Auch heute noch erhält man dafür in etwa den gleichen Gegenwert. Das extremste Beispiel des letzten Jahrhunderts dürfte jedoch die deutsche Hyperinflation 1923 darstellen, während der man mit 500 Gramm Gold ganze Häuserblöcke erwerben konnte. Zwar dürfte das Schreckensgespenst der Hyperinflation in Europa in absehbarer Zukunft kaum wieder auftauchen, das Beispiel verdeutlicht jedoch die hervorragende Eignung des gelben Metalls als Wertaufbewahrungsmittel und die Bedeutung als krisenfester Eckpfeiler einer ausgewogenen Veranlagungsstrategie.

Nikolaus Kopernikus schrieb bereits vor mehr als 500 Jahren in seinem „Memorandum über Geld und Inflation“: „Unter den unzähligen Übeln, welche den Zerfall ganzer Staaten herbeiführen, sind wohl vier als die vornehmlichsten anzusehen: innere Zwietracht, große Sterblichkeit, Unfruchtbarkeit des Bodens und die Verschlechterung der Münze. Die ersten drei liegen so klar zutage, dass sie schwerlich irgendjemand in Abrede stellen wird. Das vierte Übel jedoch, welches von der Münze ausgeht, wird nur von wenigen beachtet, und nur von solchen, welche ernster nachdenken, weil die Staaten allerdings nicht beim ersten Anlauf, sondern ganz allmählich und gleichsam auf unsichtbare Weise dem Untergang anheimfallen.“

Im Lauf der Geschichte hat sich gezeigt, dass sich Gold gerade in widrigen wirtschaftlichen Situationen hervorragend als Fels in der Brandung der Wertanlagen eignet. Gold bleibt Gold, in sicheren und unsicheren Zeiten.

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