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RONDENFERTIGUNG, PRÄGETECHNIK UND OBERFLÄCHENVEREDELUNG

In der Münze Österreich geprägte Medaillen sind von herausragender Qualität, die auf künstlerischer Gestaltung und modernem technischen Know-how, vereint mit Tradition und langjähriger Erfahrung, basiert.

Als Ausgangsmaterial für Medaillen wird ein auf die richtige Stärke gewalzter Metallstreifen verwendet, aus dem mit der Stanzmaschine die Ronden ausgestanzt werden. Die Ronden werden gestaucht und danach geglüht, um die entstandene Kaltverfestigung aufzulösen. Zuletzt folgt eine der folgenden Oberflächenbehandlungen, die je nach gewünschter Prägequalität notwendig ist: kugelpolieren, waschen oder bürsten.

Bis zu 12.000 kN beträgt die Kraft eines Hubes beim Prägen von Medaillen. Diese ist abhängig vom Relief, vom verwendeten Material und vom Durchmesser. Sie ist somit meistens wesentlich höher als bei Münzen. Bei großen Medaillen mit hohen Reliefs wird bis zu vier Mal geprägt.  Nach jedem Prägedurchgang wird die Medaille geglüht, gebeizt und gereinigt.  

Fußballklub Austria Wien 100 Jahre Jubiläumsmedaille Bronze vergoldet

Foto: FK Austria Wien

RINGPRÄGUNG/münzähnliche Medaille

Münzähnliches Relief - Durchmesser: maximal 50 mm

Kniehebelprägemaschine

Bei dieser Prägevariante begrenzt ein Ring den Materialfluß zur Seite, sodass ein Rand, das sogenannte Stäbchen, entsteht. Da das Stäbchen meistens höher als die höchste Stelle des Motivs ist, bildet es einen Schutz gegen Beschädigungen.  

Verdienstmedaille Niederösterreichisches Archivwesen, Bronze patiniert D75 NÖ Landesregierung

FREIPRÄGUNG/KLASSISCHE MEDAILLE

Hochrelief - Durchmesser: bis 120 mm

Spindelpresse/hydraulische Presse

Bei der FREIPRÄGUNG wird im Gegensatz zur Ringprägung ohne Prägering gearbeitet. Aus diesem Grund kann das Material beim Prägen über den Motivrand hinausfließen.

Wird der unregelmäßige Rand nachträglich durch Drehen entfernt, spricht man von einer FRANZÖSISCHEN PRÄGUNG (Freiprägung französischer Art).

Silbermedaille mit manueller Stiftvergoldung D40 20g

OBERFLÄCHENVEREDELUNG

Medaillen können durch Versilbern, Vergolden oder Rhodinieren veredelt werden. Auch Teile des Motivs können durch manuelles Stiftvergolden oder mittels Farbapplikation hervorgehoben werden.

Silbermedaillen werden meistens lackiert, um "das Anlaufen" zu verhindern. Je nach Material sind unterschiedliche Sonderbeschichtungen möglich.

Hannes Bischko Medaille Silber patiniert - Französische Prägung

PATINIEREN

Durch das Patinieren wirkt das geprägte Relief einer Medaille plastischer. Zuerst wird die Medaille in eine spezielle Flüssigkeit (Schwefelleber) getaucht, wodurch sie gleichmäßig dunkel wird. Mit einem weichen Tuch und Bimsmehl wird die Medaillenoberfläche abgerieben, wobei die vertieften Stellen nicht erreicht werden.

Der dadurch entstehende Kontrast lässt die Medaille plastisch und lebendig wirken.

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