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Nordkorea und der Goldpreis

Dollar-Schwäche oder Euro-Stärke?

15. September 2017

Landläufig gelten Investments in Gold als Absicherung gegen wirtschaftliche und (geo-)politische Risken. Gerade letztere haben während der Sommermonate erheblich zugenommen. Insbesondere die Situation auf der koreanischen Halbinsel verschärfte sich – wieder einmal. Einige nordkoreanische Raketentests sowie der mutmaßliche Test einer Wasserstoffbombe wurden von der internationalen Politik, aber auch von den Investoren genau beobachtet. Begleitet war diese militärische Zuspitzung von Wortgefechten zwischen dem nordkoreanischen Diktator Kim Jong-un und dem US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump.
Tatsächlich legte der Goldpreis auch wegen der wiederauflebenden Spannungen mit Nordkorea in USD gerechnet seit Juli um fast USD 140 auf derzeit rund USD 1.340 zu. Seit Jahresbeginn beträgt der Anstieg knapp USD 200 oder rund 17%. In EUR ist die Entwicklung eine merklich gedämpftere. Vom zwischenzeitlichen Tiefpunkt im Frühsommer bei ca. EUR 1.060 verzeichnete Gold einen Anstieg auf gegenwärtig ca. EUR 1.115, was einem Plus von ca. 5% entspricht. Damit liegt der Goldpreis in EUR etwa auf demselben Niveau wie zu Neujahr 2017.

 

Goldpreis in USD und EUR – seit Jahresbeginn

Goldpreis in USD und Euro

Dollar-Schwäche oder Euro-Stärke?

Aktuell geht die Entwicklung des Goldpreises in den beiden Währungen deutlich unterschiedliche Wege. Dies ist naturgemäß auf den schwankenden Wechselkurs zwischen dem Euro und dem US-Dollar zurückzuführen.
 
Der US-Dollar ist allerdings nicht nur gegenüber dem Euro schwach, er weist querbeet Schwäche auf. Relativ zu den wichtigsten Währungen (Trade Weighted U.S. Dollar Index) hat der USD seit Jahresbeginn um 9 Indexpunkte von 95 auf 86 nachgegeben. Aus unserer Sicht sind hierfür nicht nur die erwähnten geopolitischen Ereignisse relevant, sondern auch das geldpolitische Umfeld.

 

Handelsgewichteter US-Dollar Index

US Dollar Index

Im Anschluss an die Ankündigung der US-Notenbank FED im Jahr 2014, die geldpolitische Normalisierung einleiten zu wollen, setzte eine Phase der Stärkung des US-Dollars ein. Diese gelangte um die Amtseinführung von Donald Trump im Jänner 2017 zu ihrem Höhepunkt. Trump zielte mit seinem eingängigen Wahlkampfslogan „Make America Great Again“ gerade auch auf die Wiederbelebung der US-Wirtschaft. Trotz der tiefen Kluft in der US-amerikanischen Wählerschaft setzen nicht wenige ihre Hoffnungen auf den eigenwillig agierenden Trump. Die verzögerte Fortsetzung des Zinserhöhungszyklus unterstützte um den Jahreswechsel den USD zusätzlich.
Seither sind die Renditen am langen Ende der US-Zinskurve jedoch gefallen, nicht zuletzt deswegen, weil hochrangige Vertreter der FED die Intensität der Zinserhöhungsrhetorik in den vergangenen Wochen merklich zurückgenommen haben. Die wirtschaftspolitisch ambitionierten Pläne von Präsident Trump wie ein umfassendes Infrastrukturprogramm harren ebenso noch der Verabschiedung. Die Mühlen des parlamentarischen Alltags mahlen auch in einer Präsidialrepublik langsam. Hinzu kommen die Turbulenzen um das Kabinett Trump und seinen Beraterstab, die das Vertrauen in die Handlungsfähigkeit des Präsidenten und in weiterer Folge der USA schwächen. Die eingangs erwähnten außenpolitischen Spannungen u.a. mit Nordkorea fördern ebenso wenig das Vertrauen in die neue Administration und damit in den USD.

 

Wie geht es weiter?

Am 20. September entscheidet sich, ob der Zinserhöhungszyklus in den USA seine Fortsetzung findet. Es wird sich zeigen, ob die angekündigte Normalisierung der Geldpolitik in den USA weiter vorangetrieben wird. Sollte das Zinsniveau hier bereits den Zenit gefunden haben und auch die angekündigte Zurückführung der Notenbankbilanz scheitern, könnte der US-Dollar wieder vor einer länger anhaltenden Schwächephase stehen.
 
Dies brächte auch die aktuellen Überlegungen der EZB in Gefahr, diesseits des Atlantiks die Geldpolitik langsam zu straffen. Der relativ starke Euro steht doch im Widerspruch mit dem Inflationsziel der Zentralbank. Die Zeichen könnten also durchaus auf eine expansivere Geldpolitik als erwartet stehen, was für den Goldpreis weiter tendenziell Rückenwind bedeuten würde.

Die hier getätigten Aussagen, Meinungen, Einschätzungen und Prognosen stammen von der incrementum AG und müssen nicht mit den Aussagen, Meinungen, Einschätzungen und Prognosen der Münze Österreich AG übereinstimmen. Die Münze Österreich AG als Absender des Newsletters weist darauf hin, dass aus diesen Inhalten keinerlei Empfehlungen abgeleitet werden dürfen und es sich um Meinungen Dritter handelt, für welche die Münze Österreich AG in keiner Weise verantwortlich ist.