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Populismus, politische Unsicherheit und der Goldpreis

2. Juli 2017

Sie gilt als der endgültige Durchbruch des Populismus im europäischen politischen System: die letztjährige Brexit-Abstimmung. Nach einem an Schlagworten reichen und Inhalten armen Wahlkampf stimmten schlussendlich 51,9% der britischen Bevölkerung gegen den weiteren Verbleib Großbritanniens in der EU. Der Schock über dieses Ergebnis ist selbst ein Jahr später und nach dem offiziellen Beginn der Austrittsverhandlungen noch nicht vollständig abgeklungen.

Vor wenigen Wochen, am 8. Juni 2017, erschütterte ein zweiter Urnengang im Vereinigten Königreich die britische Insel und die EU. Als die britische Premierministerin Theresa May Mitte April vorgezogene Neuwahl ausgerufen hatte, rechnete niemand damit, dass die regierenden Tories ihre absolute Mehrheit im britischen Unterhaus verlieren würden. Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.

In den wenigen Wochen des Wahlkampfs verspielte die eine harte Linie in den Brexit-Verhandlungen anstrebende Konservative ihre komfortable absolute Mehrheit. Trotz eines Stimmenzuwachses von 5,5-Prozentpunkten auf 42,5% verloren die Konservativen aufgrund des Mehrheitswahlrechtes 13 Sitze und damit die absolute Mehrheit im Unterhaus. Große Gewinnerin der Wahlen war die „Labour Party“ unter Jeremy Corbyn, der mit klassisch linken wirtschaftspolitischen Forderungen wie staatlichem Wohnbau, einem öffentlichen Konjunkturprogramm und der Re-Verstaatlichung der Eisenbahn punkten konnte.

Als populistisch bezeichnete Forderungen fallen in England gerade auch deswegen auf fruchtbaren Boden, weil sich die wirtschaftliche Situation größerer Bevölkerungsschichten seit geraumer Zeit merkbar verschlechtert, wie die folgende Grafik zeigt:

Haushalte mit stagnierendem oder fallendem Einkommen
Quelle: Mc Kinsey, Incrementum AG

Bloß 30% der Haushalte in GB verzeichneten zwischen 2005 und 2014 steigende Einkommen. In Italien waren es überhaupt nur 3%, in den USA lediglich 19%. So konnte Donald Trump bei den Präsidentschaftswahlen speziell in den altindustriellen Staaten des „rust belt“ punkten, die mittlerweile von Deindustrialisierung, Arbeitslosigkeit, sinkenden Löhnen und Abwanderung geprägt sind.

In unserem kürzlich erschienen „In Gold We Trust“-Report 2017 machen wir auf die realwirtschaftlichen Wurzeln des Populismus aufmerksam: „[D]as wirtschaftliche Fundament vieler Industriestaaten [ist] alles andere als solide. Damit gehen eine zunehmend kritischere Bewertung der Zukunft und ein Vertrauensverlust in die politischen Institutionen einher. Dies bietet den idealen Nährboden für politische Radikalisierung.“

Ebenso zeigte sich einmal mehr, dass Gold in politisch unsicheren Zeiten ein finanzieller Sicherheitsanker ist. Am Tag der Brexit-Volksabstimmung notierte Gold bei GBP 844. In den Tagen unmittelbar nach dem „Leave“ legte Gold um mehr als GBP 200 oder knapp 25% zu. Ein Jahr nach der Brexit-Abstimmung beträgt das Plus immer noch rund GBP 130 oder ca. 16%.

Goldpreis in Britischen Pfund
Quelle: Federal Reserve St. Louis, Incrementum AG

Nachrichtenüberblick

 

 

“In Gold we Trust”-Report 2017

Zum bereits 11. Mal veröffentlichten die beiden Goldanalysten Ronald-Peter Stöferle und Mark J. Valek ihren „In Gold we Trust“-Report. Auf rund 180 Seiten werden goldrelevante Themen von der Analyse der Fundamentaldaten über die wirtschaftlichen und wirtschaftspolitischen Entwicklungen bis hin zu den großen politischen Themen der Gegenwart – Stichwort Populismus, Brexit – behandelt. Ein Kapitel zu Minenaktien fehlt ebenso wenig wie die Behandlung der Portfolioeigenschaften von Gold.

Kernaussagen des Reports sind, dass die Stärke der US-Ökonomie überschätzt wird, die allgemeine Unsicherheit wachstumshemmend wirkt und die von US-Präsident Donald Trump angekündigten Wachstumsimpulse die Goldpreisentwicklung dämpfen. Ein Höhepunkt des Reports ist das Exklusivinterview mit Donald Trumps Wirtschaftsberaterin Dr. Judy Shelton zu grundlegenden Änderungen im Weltwährungssystem.

Hinsichtlich der zukünftigen Entwicklung des Goldpreises skizzieren Stöferle und Valek vier Szenarien. Diese beruhen auf unterschiedlichen Annahmen zum US-BIP-Wachstums und zur geldpolitischen Normalisierung. Darunter ist das Auslaufen der außergewöhnlichen Maßnahmen der Notenbanken wie die Quantitative Easing-Programme und das Ansteigen des Zinsniveaus zu verstehen.

Über den Zeitraum der Amtszeit von US-Präsident Donald Trump (bis Anfang 2021) wird je nach Szenario folgender Goldpreis prognostiziert:

Szenarien

Szenario C und Szenario D erachten die beiden Autoren als die wahrscheinlicheren und gehen somit von einem weiteren Anstieg des Goldpreises in den kommenden Jahren aus.

Der „In Gold We Trust“-Report 2017 liegt in einer Kurz- und Langfassung jeweils auf Deutsch und Englisch vor und kann unter https://ingoldwetrust.report gratis angefordert werden.