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Verstehen Sie Gold?

29. Mai 2017

Wer in Gold veranlagt, möchte wissen: Was bewegt den Goldpreis? Seit 1971, als die Bindung des Dollars an Gold aufgegeben wurde, hat sich der Goldpreis vervierunddreißigfacht. Eine kontinuierliche Aufwärtsbewegung war dies jedoch nicht. Der Goldpreis machte in seiner Aufwärtsbewegung immer wieder deutliche Ausschläge nach oben, aber auch nach unten. Das versteht man als Volatilität des Goldpreises.

Oft heißt es, dass Gold höchst spekulativ und volatil sei. Stimmt das? Analysen des World Gold Council zeigen, dass die jährliche Schwankungsbreite von Gold im Schnitt bei 14,6% liegt. Im Vergleich zu anderen Rohstoffen ist der Schwankungsbereich von Gold damit relativ gering, Öl liegt bei 38%, Kupfer bei 27%. Selbst im Vergleich zu Aktien schnitt Gold besser ab. Die Schwankungsbreite von US-Aktien lag im selben Zeitraum durchschnittlich bei 15,7% pro Jahr. Dieses Abschneiden ist umso erstaunlicher, als dass ein Aktienindex teilweise bis zu mehrere hundert Einzeltitel enthält und die Schwankungen einzelner Aktien glättet, während Gold ein einzelner Vermögenswert ist.

Gold ist unserer Meinung nach nicht als Ersatz für Anlagen in traditionelle Wertpapiere wie Aktien oder Anleihen zu sehen, sondern als Ergänzung dazu. Insbesondere (aber nicht ausschließlich!) in Zeiten wirtschaftlicher Turbulenzen und steigender Inflationsängste kann die Wertentwicklung von Gold andere Anlageklassen wie Aktien und Anleihen gut abfedern. Für den umsichtigen Anleger eignet sich Gold daher als doppelter Boden und als Depotabsicherung. Viele Studien haben gezeigt, dass eine Gold-Beimischung im Umfang von 5-10% des Anlagevolumens die Schwankungsbreite eines Portfolios signifikant verringert.

Oft heißt es, Gold sei „totes Kapital“. Im Gegensatz zu Produktivkapital trägt Gold nicht zur Schaffung eines wirtschaftlichen Mehrwerts bei, mit Gold wird nichts produziert. Finanzielle Beteiligungen an Unternehmen über Eigen- oder Fremdkapital sind hingegen Eigentum an Produktivkapital. Somit sind diese an einer Mehrwertschaffung im Unternehmen beteiligt, was zu Wertsteigerungen der Wertpapiere und zum Anspruch an Zahlung von Zinsen und Dividenden führt. Das ökonomische Rational für die langfristige Wertsteigerung von Aktien oder Unternehmensanleihen ist daher recht einfach nachvollziehbar. Auch die Kuponzahlungen für Gläubiger von Staatsanleihen sind ökonomisch gesehen eine Beteiligung an den zukünftigen Steuereinnahmen einer Gesellschaft. Gedeckt sind Staatsanleihen durch die Einhebung von Steuern, also die Möglichkeit des Staates, die Nominale und die Zinsen aus Steuermitteln zu bedienen.

Grafik 1: Entwicklung des Goldpreises in USD und EUR seit 1971

Langfristige Goldpreisentwicklung in unterschiedlichen Währungen
Quelle: Incrementum AG, Bloomberg

Warum steigt der Goldpreis dann aber langfristig? Um das verstehen zu können, ist es hilfreich, das Phänomen der Inflation zu beleuchten. In einem Geldsystem, in dem die Geldmenge schneller wächst als das Warenangebot, tritt unweigerlich Teuerung auf, die Güterpreise steigen. Anders gesagt, das Geld verliert an Kaufkraft, für jede Geldeinheit erhält man weniger Güter. Wenn man nun das Wachstum der Geldmengen und das Wachstum der Goldmengen vergleicht, kommt man zu einem eindeutigen Schluss. Grafik 2 zeigt, dass die jährliche Erhöhung der insgesamt verfügbaren Goldmenge historisch konstant unter jener der Ausweitung der Geldmenge liegt. Weiters erkennt man, dass die langfristige jährliche Ausweitung der Geldmenge (7,31% pro Jahr) in etwa der langfristigen Performance des Goldpreises (7,71%) entspricht. Gold kompensiert also die Geldmengenausweitung und konserviert so die Kaufkraft. 

Grafik 2: Jährliche Wachstumsrate des Goldbestandes vs. jährliches Wachstum der US-Geldmengenbasis

Gold vs. Basisgeldmenge
Quelle: Incrementum AG, Federal Reserve St. Louis

Die geringen Wachstumsraten des verfügbaren Goldes verhindern ein Überangebot an Gold. Daher eignet sich das Edelmetall hervorragend dafür, den Investor langfristig vor dem ständigen Kaufkraftverlust des Geldes zu schützen. Die höheren Goldpreise sind daher weniger als Wertsteigerung des Edelmetalls selbst zu verstehen, sondern sind die Folge der fortwährenden Geldmengeninflation. Gold sollte man daher als liquide, alternative Kassaposition betrachten, die mit einem Wechselkursrisiko behaftet ist und bemerkenswerte Diversifikationseigenschaften aufweist.

Einmal jährlich publizieren Ronald-Peter Stöferle und Mark Valek den umfangreichen „In Gold we Trust“ Report, in dem sie den Status Quo des Goldmarktes eingehend analysieren. Komplementär dazu diskutieren die Autoren im Rahmen dieses monatlichen Newsletters Aspekte zum Thema Goldanlage sowie aktuellen Nachrichten des Goldmarktes. Hier können Sie den Newsletter kostenfrei abonnieren!

Mit diesen Newslettern wollen wir Ihnen verschiedene Expertenmeinungen zum Edelmetallmarkt vorstellen. Die Münze Österreich AG selbst kann und will keine Einschätzungen über künftige Entwicklungen geben.

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