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Goldpreis als Krisengewinner

3. Januar 2019

Noch in Q2 und Q3 war der Goldpreis durch die starke USD-Aufwertung massiv unter Druck geraten. Die spekulative Stimmung der Investoren betreffend Gold (gemessen an der spekulativen Short-Positionierung am Futuresmarkt, vgl. Grafik) hatte ein historisches Extrem erreicht, was Raum für eine Gegenbewegung schuf. Der Goldpreis gemessen in USD konnte sich entsprechend in Q4 auch wie erwartet etwas erholen. Unsere Jahresendprognose wurde sogar etwas übertroffen, unterstützt durch die Bodenbildung beim USD und das Auspreisen weiterer US-Zinssenkungen durch den Markt in den letzten Wochen.

Damit ist auch schon der wichtigste Faktor für die nächsten Monate und Quartale angesprochen: Wie stark die US-(Leit-)Zinserwartungen und damit korreliert auch die US-Anleiherenditen noch (einmal) nach oben klettern, dürfte maßgeblich die weitere Entwicklung des Goldpreises beeinflussen. Derzeit preist der Markt (Zins-Futures) noch eine weitere Zinsanhebung im Dezember und eine weitere in 2019 ein – sollten wie von uns erwartet im ersten Halbjahr noch zwei weitere Zinsanhebungen folgen, dürfte das dem Goldpreis zwischenzeitig noch einmal einen Dämpfer versetzen. Auch das US-Renditeniveau würde in diesem Fall noch einmal ansteigen und in die gleiche Richtung wirken. Unsere (gegenüber der Publikation vor einem Quartal unveränderten) Prognosen für den Goldpreis erwarten für die nächsten Monate dementsprechend nur einen leichten Preisanstieg.

Über diesen Zeithorizont hinaus wird der Ausblick für Gold dann aber viel positiver: In unserem Basisszenario gehen wir davon aus, dass sich die US-Wirtschaft gegen Ende 2019 drastisch abkühlt und 2020 eine (leichte) Rezession durchlebt. Sogar US-Zinssenkungen wären dann wieder ein Thema. Aus unserer Sicht ein optimales Umfeld für den Goldpreis, der damit auf Sicht 2020 wieder Niveaus jenseits der USD 1400 erreichen sollte.

Der Weg dahin dürfte zwar volatil bleiben, da vorerst der Markt noch zwischen Konjunkturängsten (so wie derzeit) und weiterhin starken US-Daten (zumindest im ersten Halbjahr 2019) und Zinsanhebungen hin und her gerissen bleiben dürfte. Die lange Durststrecke beim Goldpreis sollte aber mit diesem Ausblick weitgehend vorbei sein, und angesichts der extrem negativen Marktstimmung betreffend Gold im Sommer würden wir erwarten, dass das August-Tief beim Goldpreis selbst bei einigen weiteren US-Zinsanhebungen nicht mehr erreicht wird.

Gold dürfte damit in den nächsten 2-3 Jahren wieder eine interessante Assetklasse werden. Denn in einem Umfeld, in dem viele andere Anlageklassen unter Druck kommen, dürfte Gold - vor allem in USD gemessen - dann für einige Zeit stark positive Preiszuwächse verbuchen und damit gut als negativ korrelierte Beimischung geeignet sein. Auf Eurobasis dürfte der Goldpreisanstieg geringer ausfallen, da wir zeitgleich (bis 2020) auch eine deutliche Abwertung des USD gegenüber dem Euro erwarten.

Quelle: Text und Graphen: Valentin Hofstätter, Head of Market Strategy/Quant Research, Raiffeisen Bank International AG, 20.12.2018