X
X
X

Münzwelt


Silber-Niob-Münzen

Zwei Jahre dauerten die Vorarbeiten bis es der Münze Österreich AG im Jahr 2003 erstmals gelang, eine Silber-Niob-Münze auf den Markt zu bringen. Diese internationale Innovation entstand in kongenialer Zusammenarbeit mit der Firma Plansee aus Tirol, einem auf Hochleistungswerkstoffe spezialisierten Unternehmen. Die Reihe der Bimetallmünzen wurde aufgrund ihrer Einzigartigkeit rasch zum Highlight unter Sammlern, Anlegern und ist auch als Geschenk sehr beliebt. Einige der hübschen Exemplare waren bei der Münze Österreich AG schnell ausverkauft und sind nur noch am Sammlermarkt zu erhalten.

Für ein Münzmetall gibt es zahlreiche Anforderungen zu erfüllen: Es sollte eine homogene Oberfläche haben und kalt verformbar sein für das Stauchen und Prägen. Auch Korrosionsverhalten und Verfügbarkeit sind wichtige Kriterien. Niob überzeugt darüber hinaus vor allem auch durch die Möglichkeiten der Farbgestaltung. Das eigentlich hellgraue Niob erhält durch spezielle Behandlung ein besonders edles und buntes Aussehen, das es auch für die Schmuckindustrie interessant macht.

Das schönste Leuchten

Das Besondere ist, dass die Farbe nicht aufgetragen wird. Durch exakt gesteuerte Oxidation entstehen an der Oberfläche wenige Nanometer dicke Oxidschichten. Die unterschiedlichen Farben kommen dann durch Lichtbrechung zustande. Man nennt diese Technik „Anodisches Oxidieren“. Es wird also nicht lackiert. Manche Nachahmer versuchen es mit Lack. Aber dabei geht die Transparenz verloren und die Brillanz der Metalloberfläche kommt nicht zur Geltung.

„Unsere Kunden lieben diese Münze und ihre einzigartige Optik. Das schöne Leuchten der Farben bringt die Menschen auf verschiedene Ideen. Ich wurde schon nach der Tauglichkeit von Niob für einen Ehering gefragt“, sagt Ing. Alfred Gnadenberger, Abteilungsleiter für Sonderprägungen bei der Münze Österreich AG.

Beliebt in der Raumfahrt

Niob ist ein luftbeständiges und hochschmelzendes Metall, das man bei Raumtemperatur walzen und schmieden kann. Entdeckt wurde es bereits 1801. Allerdings dauerte es rund 60 Jahre bis es gelang, das Metall für technische Anwendungen nutzbar zu machen. Mit einem Schmelzpunkt von 2.468 Grad gehört Niob zu den hochschmelzenden Metallen. Die größten Mengen werden in der Stahlindustrie verwendet. Seine einzigartigen Eigenschaften machen Niob aber auch in der Raumfahrtindustrie sehr beliebt. Ein besonderes Merkmal des Metalls ist seine Supraleitfähigkeit. Bei tiefen Temperaturen nahe dem absoluten Nullpunkt verliert es seinen elektrischen Widerstand und kann so ohne Verluste Strom transportieren.

Sammelfolder 2017 (7,6 MB)
bitte warten...